Ukraine

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Deutesche Fans mit ukrainischer Fane in Lviv

Das ukrainische Team gehört zu den jüngeren Mannschaften des Turniers, schließlich existiert das Land erst (wieder) seit 1991. Traditionell spielten ukrainische Spieler und Vereine, allen voran Dynamo Kiew, in der früheren Sowjetunion eine wichtige Rolle. Nach der Unabhängigkeit dauerte es einige Zeit, bis der ukrainische Fußball wieder auf die Beine kam. Die Ukraine nahm an der WM 2006 in Deutschland teil, kam dort ins Viertelfinale. An der Seitenlinie stand damals mit Oleg Blochin einer der bekanntesten ehemaligen Fußballer des Landes, im Sturm sorgte Andrij Schewtschenko für die Treffer. Bei der Europameisterschaft 2012 war die Ukraine als Gastgeber automatisch qualifiziert und schied in der Vorrunde aus. Das Land selbst, die Spielorte und die Menschen dort, sind jedoch auch vielen deutschen Fans, die vor Ort waren, positiv in Erinnerung geblieben.

Die Gegenwart des ukrainischen Fußballs gestaltet sich trister, schließlich herrscht im östlichen Landesteil seit zwei Jahren Krieg. Davon ist auch der Fußball betroffen: Die Premjer Liga ist ohne die Vereine auf der Krim von 18 auf 14 Klubs reduziert, eine weitere Verringerung ist nicht auszuschließen. Zwar halten weiterhin die Fußballoligarchen die Zügel in der Hand, vor allem Igor Surkis bei Dynamo Kiew und Rinat Achmetov bei Schachtar Donezk. Doch auch ihre Macht ist begrenzt. Viele ausländische Spieler haben die Ukraine verlassen, Schachtar Donezk trägt seine Spiele meist in Lwiw aus, Länderspiele des Nationalteams finden nicht mehr in Donezk oder Kharkiv statt.

Qualifikation und Team

Die Qualifikation für die EM in Frankreich gelang dem ukrainischen Team in den Play-offs gegen Slowenien. In den Gruppenspielen hatte es hinter Spanien und der Slowakei nur für Platz drei gereicht. Aktuell ist der größte Teil des Kaders bei ukrainischen Vereinen aktiv. Der erfolgreichste Torschütze der Qualifikation ist mit sechs Toren Andriy Yarmolenko. Der wohl größte Star des aktuellen Teams spielt derzeit für Dynamo Kiew, wurde jedoch in St. Petersburg geboren und verkörpert damit die Schwierigkeit der ukrainisch-russischen Grenzziehungen, der buchstäblichen wie symbolischen. Neben seinen Offensivqualitäten setzt das Team allerdings vor allem auf eine starke Verteidigung. In den zehn Spielen der regulären Qualifikation ließ die Ukraine nur vier Gegentore zu, in der Relegation kam ein weiteres dazu.

Trainer Michail Fomenko ist Nachfolger von Oleg Blochin, der heute Dynamo Kiew trainiert. Sein Vertrag wurde nach der gelungenen Qualifikation bis zum Sommer 2016 verlängert, im Februar wurde für die EM eine weitere große Integrationsfigur in den Trainerstab geholt – Andrij Schewtschenko.
[ns]


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