Polen

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Deutscher und Polnischer Fan mit Schals

Der schwierigste Gegner der Vorrunde ist – Verzeihung, dass wir das so sagen – auch ein wenig langweilig. Denn Spiele gegen das polnische Team, das hatten wir doch gerade erst. Deutschland trifft im zweiten Spiel in Frankreich auf einen Gegner der EM-Qualifikation. Für unser Nachbarland ist es nach 1960, 2008 und 2012 die vierte Teilnahme an einer Europameisterschaft. Über die erste Runde ist das polnische Team jedoch bisher nicht hinausgekommen, auch nicht beim Turnier im eigenen Land vor vier Jahren. Besser lief es bei Weltmeisterschaften: 1974 und 1982 wurde Polen jeweils Dritter. Einer der großen Stars des Turniers in Spanien hieß Zbigniew Boniek, er ist seit 2012 Präsident des polnischen Fußballverbandes. Er wechselte nach der WM 1982 zu Juventus und spielte dort unter anderem mit Michel Platini. Zumindest in den VIP-Logen wird es wohl kein Wiedersehen der früheren Turiner Mannschaftskollegen geben, das verhindert Platinis Suspendierung durch die FIFA.

Aber zurück zur Gegenwart: Die Europameisterschaft im eigenen Land hat der polnischen Liga in Sachen Zuschauerzuspruch nicht den ganz großen Schub gegeben, allerdings haben sich in den vergangenen Monaten mehrere Vereine wie Legia Warszawa, Slask Wroclaw und Lechia Gdansk von der vor der EM eingeführten und seitdem umstrittenen Fankarte verabschiedet, die den Zutritt zu Spielen mit einigen bürokratischen Hürden versehen hatte.

Qualifikation und Team

Jogi Löw und seine Spieler sind vor dem Gegner gewarnt, immerhin kassierten sie in Warschau im Herbst 2014 eine 0:2-Niederlage. Das polnische Team wirkt jedoch nicht nur wegen der gerade erst absolvierten Qualifikation wie ein alter Bekannter, sondern auch weil im Kader aktuelle und ehemalige Bundesligaspieler stehen: Neben Toptorschütze Robert Lewandowski sind das Łukasz Piszczek, Jakub Błaszczykowski und Arthur Sobiech. Hinzu kommen weitere Akteure, die im Ausland beschäftigt sind, wie Grzegorz Krychowiak vom FC Sevilla, Arkadiusz Milik von Ajax und die Torhüter Łukasz Fabiański vonSwansea City und Wojciech Szczęsny vom AS Rom. Ein nicht geringer Teil des Kaders spielt jedoch auch bei den polnischen Topklubs in Warschau oder Gdansk.

Trainer Adam Nawałka ist seit Oktober 2013 im Amt und trainierte zuvor Górnik Zabrze. Die Chancen, bei einer EM die nächste Runde zu erreichen, sind dank der gestiegenen Teilnehmerzahl und der Qualität des Teams zweifellos so groß wie nie. Polen sicherte sich das EM-Ticket als Zweiter hinter Deutschland. Mit 33 Toren erzielte die Mannschaft die meisten Treffer in der Gruppe – 15 alleine gegen UEFA-Neuling Gibraltar.
[ns]


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