Viel Licht, wenig Schatten

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Die mobile Fanbotschaft in Lille

2:0 im Auftaktspiel gegen die Ukraine, das klingt nach einer klaren Kiste. Doch das Spiel war keineswegs ein Spaziergang. Die Helden des Abends hießen: Manuel Neuer, Jerome Boateng, Shkodran Mustafi und Bastian Schweinsteiger. Neuer vereitelte einige der wenigen, aber dafür hochkarätigen Chancen der Männer in Gelb. Boateng gelang es in höchster Not, den Ball am Überqueren der Torlinie zu hindern. ­Mustafi sorgte mit seinem wuchtigen Kopfball für die 1:0-Führung und Bastian Schweinsteigers umjubelte Einwechselung kurz vor Ende des Spiels wurde noch getoppt durch seine sichere Verwertung einer präzisen Vorlage von Mesut Özil zum 2:0. Sein folgender Sprint an die Außenlinie, um das gesamte Team und den Betreuerstab zu herzen, war noch einmal eine Extra-Energieleistung. Die Ballbesitzquote sprach an diesem Abend eine deutliche Sprache zu Gunsten unserer Mannschaft und wir sind sicher, dass das Team sich im Duell mit unserem Nachbarland Polen noch weiter steigern wird. Dafür gibt es keine bessere Grundlage als einen Auftaktsieg im Rücken.

Neben dem erfreulichen Spielausgang und dem friedlichen Stadionerlebnis stand auch der Tag in Lille unter einem guten Stern. Ukrainer und Deutsche begegneten sich freundlich und aufgeschlossen. Gemeinsam mit Einheimischen und Besuchern aus anderen Ländern flanierten sie durch die gemütlichen Gassen von Lille, genossen das eine oder andere Kaltgetränk und lieferten sich friedliche Gesangsduelle. Zwei Tage lang war unsere Fanbotschaft geöffnet und zwar partnerschaftlich mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen auf dem Place du Theatre. In dieser Zeit besuchten uns etwa 4.000 deutsche Fans mit ihren persönlichen Anliegen und Fragen.

All diese positiven Eindrücke wurden getrübt durch den Auftritt einiger deutscher Hooligans, die mit rechtsextremen Sprüchen auffielen und ukrainische Fans angriffen. Dieser Vorfall, den wir scharf verurteilen, ging von 50 bis 70 Fans aus – einige Dutzend von insgesamt etwa 20.000 Deutschen in Lille.

3.000 von ihnen nahmen an dem toll organisierten und mit den Behörden gut abgesprochenen Fanwalk teil, bei dem gemeinsam mit den französischen Anwohnern gefeiert wurde und von dem eine absolut positive EM-Atmosphäre ausging. So sollte es weitergehen: freundlich, friedlich und respektvoll!

Euer Helmut


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