Im Schatten von PSG

Zwei historische Bilder

Im zentralistisch geprägten Frankreich führt fast jeder Weg nach Paris. Trotzdem geben in der Ligue 1 keineswegs die Klubs aus der Hauptstadt den Ton an. Während jenseits des Kanals fünf Vereine aus London in der Premier League mitmischen, dreht sich an der Seine alles um Paris Saint-Germain. Da der französische Meister seine Spiele im Parc des Princes austrägt und das Stade de France keinen Heimverein hat, werfen wir einen Blick auf die Pariser Fußballszene im Schatten von PSG.

In der an Attraktionen reichen Metropole tun sich die Profifußballklubs seit jeher schwerer als in der Provinz, das verwöhnte Publikum für sich zu begeistern. Zudem spielt in Paris traditionell Rugby eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie der Fußball mit seinen oftmals erfolglosen Klubs.

Racing und Red Star

Vor Gründung der französischen Profiliga 1932 machten in der Hauptstadt einige Vereine auf sich aufmerksam. Mit dem CA de la Société Générale kam 1919 der Pokalsieger erstmals aus Paris, Cercle Athlétique de Paris gewann den Pokal im Jahr darauf. Doch der letzte französische Hauptstadtmeister neben dem sechsmaligen Champion PSG heißt Racing Club de Paris − und dessen Titelgewinn liegt 80 Jahre zurück.

Mit dem Gewinn des Doubles 1936 gehörte Racing zu den Spitzenklubs des Landes. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten „Les Pingouins“ aber nicht mehr an die Erfolge früherer Tage anknüpfen. Daran änderten auch zwei Fusionen und mehr als zehn Umbenennungen seit den 1980er-Jahren nichts. In der Saison 1986/87 stand mit Pierre Littbarski sogar ein deutscher Nationalspieler in den Reihen des Vereins, der seinerzeit als Matra Racing Paris antrat. Nach einer letzten Teilnahme am französischen Pokalfinale 1990 verschwand der Klub fast in der Bedeutungslosigkeit und spielt heute als Racing Club de France Football 92 in der fünftklassigen Ligue de Paris Ile de France.

Ähnlich wie Racing erging es dem 1897 gegründeten Red Star FC 93, zu dessen Anhängern sich der französische Staatspräsident François Hollande zählt. Noch zu Beginn der 1960er-Jahre wurde Red Star zweimal Vizemeister. Kurz darauf begann der Abstieg, der nach der Insolvenz 1978 bis in die fünfte Liga führte. Jedoch gelang es dem Verein, sich zu Beginn des neuen Jahrtausends als eine Art französisches St. Pauli zu positionieren. Seit dem Auszug aus dem maroden Stade Bauer trägt Red Star seine Heimspiele im 80 Kilometer von Paris entfernten Beauvais vor durchschnittlich 1.900 Fans aus und verpasste in der letzten Saison als Aufsteiger nur knapp die Rückkehr in die Erstklassigkeit.


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