Gegen wen geht’s noch mal? Ukraine

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Zwei ukrainische Fans mit Sonnenbrille

Zwei 1:0-Siege gegen Zypern und Wales aus dem März und ein 4:3 gegen Rumänien Ende Mai – so sieht die Jahresbilanz des ersten Gegners der deutschen Nationalmannschaft bei Redaktionsschluss aus. Die Ukraine testete zudem noch im Juni gegen Albanien, ein geplantes drittes Spiel sagte Trainer Mykhailo Fomenko ab und erklärte: „Zwei Spiele genügen uns.“

Das ukrainische Team reist unter dem Schatten des Krieges an, der seit mehr als zwei Jahren im Osten des Landes stattfindet – ein großer Teil des Kaders spielt bei Klubs aus dieser Region wie Shakhtar Donetsk und Zorya Luhansk, die ihre Heimspiele nicht mehr zu Hause austragen. Die Ukraine gehört zu den jungen Teilnehmernationen der EM. Ihr erstes Länderspiel trugen die „Schowto-blakytni“ (zu Deutsch: Gelb-Blauen) am 29. April 1992 in Uschhorod gegen Ungarn aus. Die erstmalige Qualifikation für ein internationales Turnier brachte auch den bisher größten Erfolg: Bei der WM 2006 in Deutschland stieß das von Trainer Oleh Blochin betreute Team bis ins Viertelfinale vor und unterlag dort dem späteren Weltmeister Italien mit 3:0.

Große Namen

Im aktuellen Kader von Mykhailo Fomenko, der die ukrainische Auswahl im Dezember 2012 übernahm, treffen wir auf einige bekannte Namen. Star der Mannschaft ist der 26-jährige Mittelfeldspieler Jewhen Konopljanka, der mit dem FC Sevilla die Europa League gewann. Aus der Bundesliga bekannt ist neben Angreifer Artem Kravets vom VfB Stuttgart Anatoliy Tymoshchuk, der 2013 mit dem FC Bayern München die Champions League gewann. Der mittlerweile 37-jährige ist mit 141 Länderspielen Rekordinternationaler der Ukraine und steht seit vergangenem Jahr bei FK Qairat Almaty in Kasachstan unter Vertrag.

Auch der immer noch bekannteste Fußballer der Landes wird in Frankreich dabei sein: Seit Anfang des Jahres ist Andrij Schewtschenko Co-Trainer. Zwischen 1995 und 2012 spielte er 111-mal für die Nationalmannschaft, mit 48 Toren ist er der mit Abstand erfolgreichste Torschütze. In seiner Vereinskarriere war er für Dynamo Kiew, den AC Mailand und den FC Chelsea aktiv.

Auch Cheftrainer Fomenko kann auf eine große Spielerkarriere zurückblicken. Der 67-jährige holte 1975 mit Dynamo Kiew unter Trainer Waleri Lobanowski den Europapokal der Pokalsieger im Finale gegen Ferencvaros Budapest. Der anschließende Gewinn des UEFA Super Cups setzte den Schlusspunkt hinter eine große Saison von Dynamo. Gegner in den Finalspielen war der FC Bayern. Kiew setzte sich mit 2:0 und 1:0 durch. Alle drei Treffer erzielte seinerzeit Oleh Blochin, der gemeinsam mit seinem späteren Nachfolger als Coach der Ukraine auf dem Platz stand.

Der Weg zur EM

Die EM in Frankreich ist die zweite Europameisterschaft, an der die Ukraine teilnimmt. 2012 war die Mannschaft als Gastgeberland automatisch qualifiziert, hier war jedoch bereits nach der Vorrunde Schluss. Die Teilnahme an der EM 2016 sicherte sich die Ukraine in der Qualifikation als Gruppendritter hinter Spanien und der Slowakei. In den Play-offs setzte das Team sich gegen Slowenien durch. Nach einem 2:0 im Hinspiel genügte den Gelb-Blauen ein 1:1 im Rückspiel in Maribor, das allerdings mit Spannung: Erst das Ausgleichstor von Andrej Jarmolenko in der siebten Minute der Nachspielzeit schaffte endgültige Sicherheit.

Bilanz gegen Deutschland

Fünfmal trafen die beiden Teams bisher aufeinander, Deutschland hat noch kein Spiel verloren. Es gab zwei Siege und drei Unentschieden. Beim Testspiel im November 2011 zur Eröffnung des neuen Olympiastadions in Kiew führte die Ukraine zur Halbzeit mit 3:1, doch schließlich gelang dem deutschen Team dank Treffer von Simon Rolfes und Thomas Müller noch der Ausgleich.


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