Gegen wen geht’s noch mal? Italien

Italienischer Fan

Mit Deutschland und Italien treffen im Viertelfinale in Bordeaux zwei echte Schwergewichte des Weltfußballs aufeinander. Es ist eine Begegnung, die auch ein Finale schmücken könnte. Die Nationalmannschaft Italiens − wegen ihrer blauen Trikots auch „Squadra Azzurra“ genannt − konnte schon 1934 und 1938 Weltmeistertitel einheimsen, 1982 und 2006 folgten die Sterne Nummer drei und vier. Bei Europameisterschaften hingegen konnte das italienische Team bislang seltener glänzen. Lediglich die EM 1968 im eigenen Land gewann Italien durch ein 2:0 im Wiederholungsspiel gegen Jugoslawien. Das Finale war zunächst mit einem 1:1 nach Verlängerung zu Ende gegangen und Elfmeterschießen war damals noch nicht vorgesehen.

Zweimal immerhin erreichten die Italiener seitdem noch ein EM-Finale, 2000 gegen Frankreich und 2012 gegen Spanien. Die zwei Treffer von Mario Balotelli im Halbfinale in Warschau vor vier Jahren sind vielen deutschen Fans wohl noch in schmerzhafter Erinnerung. Im Endspiel war die Mannschaft von Trainer Cesare Prandelli dann aber chancenlos und ging mit 4:0 gegen Spanien unter. Der italienische Sieg im Achtelfinale war daher auch eine Wiedergutmachung für die heftige Klatsche im Finale der Euro 2012.

Der Weg ins Viertelfinale

Die zehn Qualifikationsspiele zur EURO 2016 überstand Italien ohne Niederlage. Mit sieben Siegen und drei Unentschieden wurde das Team von Nationaltrainer Antonio Conte mit vier Punkten Vorsprung auf Kroatien souveräner Gruppensieger. Auch durch die Vorrunde des Turniers in Frankreich spielten sich die Italiener relativ problemlos. Nach zwei Siegen gegen Belgien (2:0) und Schweden (1:0) hatte sich das Team bereits vor dem letzten Spieltag für das Achtelfinale qualifiziert, beim abschließenden 0:1 gegen Irland stand dann die Zweitbesetzung auf dem Platz. Trotz der Niederlage belegte Italien den ersten Platz in der Gruppe E, es folgte der Triumph über Titelverteidiger Spanien im Achtelfinale in Saint-Denis.

Viel Erfahrung

Zwischen den Pfosten des italienischen Tors steht eine lebende Fußballlegende. Mit 38 Jahren ist Gianluigi Buffon zwar nicht der älteste Torhüter bei der EM – der Ungar Gábor Király ist noch zwei Jahre älter −, doch mit über 150 Länderspielen in fast 20 Jahren verfügt der italienische Rekordnationalspieler über einen beispiellosen Erfahrungsschatz. Viermal wurde der Keeper von Juventus Turin und Weltmeister von 2006 zum „Welttorhüter des Jahres“ gewählt.

Mit einem Altersdurchschnitt von 29 Jahren gehört Italien zu den ältesten Mannschaften bei dieser EM. So dürfte Trainer Antonio Conte, der nach dem Turnier seinen neuen Job beim FC Chelsea antreten wird, neben den traditionellen Defensivqualitäten vor allem auf die internationale Erfahrung seiner alten Herren bauen. Gerade im Sturm fehlen bei diesem Turnier die ganz großen Namen, dennoch ist es für jede gegnerische Defensive ratsam, das italienische Angriffsduo Éder von Inter und Graziano Pellè vom FC Southampton nicht aus den Augen zu verlieren. Der von seinem Engagement bei Borussia Dortmund auch aus der Bundesliga bekannte Ciro Immobile wurde gegen Belgien und Schweden jeweils eingewechselt.

Bilanz gegen Deutschland

Bereits 33-mal standen sich Deutschland und Italien bisher gegenüber. Dabei gab es acht deutsche Siege, zehn Unentschieden und 15 Erfolge für Italien. Bei Welt- und Europameisterschaften spricht die Statistik eine noch deutlichere Sprache: Viermal trennten sich die beiden Mannschaften mit einem Unentschieden, ebenso oft ging Italien als Sieger vom Platz. Noch nie konnte das deutsche Team bei einem Turnier gegen die Italiener gewinnen. Es wird also langsam Zeit …


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