Gegen wen geht’s noch mal? Frankreich

Französische Fans

Nach dem historischen Erfolg gegen Italien wartet am Donnerstag mit Frankreich die nächste ganz große Aufgabe auf die deutsche Nationalmannschaft. Aus gutem Grund zählte der Gastgeber der EURO 2016 von Beginn an zu den Favoriten. Denn vor heimischem Publikum ist die „Equipe Tricolore“ nur schwer zu bezwingen. Zwei ihrer bislang drei Titel gewannen die Franzosen im eigenen Land.

Finale daheim

Bei der EM 1984, die damals noch mit acht Teilnehmern ausgetragen wurde, qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Michel Hidalgo als Gruppensieger vor Dänemark, Belgien und Jugoslawien für das Halbfinale in Marseille. Dort wurde Portugal in einer dramatischen Begegnung mit 3:2 nach Verlängerung bezwungen, Michel Platini gelang der Siegtreffer erst in der 119. Minute. Gegner im Endspiel in Paris war dann Spanien. Vor 47.368 Zuschauern im Parc des Princes erzielten Michel Platini und Bruno Bellone die Tore, die Frankreich zum Europameister machten.

Vierzehn Jahre später folgte der WM-Titel beim Heimturnier 1998. Nach drei Siegen in der Gruppenphase gewann das Team von Trainer Aimé Jacquet auch gegen Paraguay mit 1:0, die Partie gegen Italien im Viertelfinale wurde zum großen Härtetest. Nachdem in 120 Minuten keine Tore gefallen waren, hatten die Franzosen im Elfmeterschießen die besseren Nerven und kamen in die nächste Runde. Im Halbfinale reichte ein 2:1 gegen Kroatien für den Einzug ins Endspiel. 80.000 Zuschauer waren am 12. Juli 1998 im ausverkauften Stade de France dabei, als die Goldene Generation um Fabien Barthez, Bixente Lizarazu, Didier Deschamps und Zinédine Zidane den Titelverteidiger aus Brasilien klar mit 3:0 besiegte.

Zwei Jahre später holten die Franzosen dann auch erstmals einen Titel außerhalb ihrer Landesgrenzen. Bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden überstand die „Équipe Tricolore“ die Gruppenphase erneut ohne Punktverlust. Im Viertelfinale wurde Spanien mit 2:1 aus dem Turnier geworfen, dann kam es im Halbfinale zu einem Wiedersehen mit Portugal. Wie schon bei der EM 1984 wurde die Partie zu einem echten Krimi. Durch einen umstrittenen Handelfmeter erzielte Zidane in der 117. Minute das 2:1 für Frankreich. Da seinerzeit noch die „Golden Goal“-Regelung galt, stand Frankreich im Endspiel, das nicht weniger spannend werden sollte. Wieder sorgte ein „Golden Goal“ für die Entscheidung, David Trezeguet traf nach 103 Minuten zum 2:1 gegen Italien.

Der Weg ins Halbfinale

Als Gastgeber musste sich Frankreich nicht für die EURO 2016 qualifizieren. In der Gruppe A wurde die Mannschaft von Didier Deschamps durch zwei Siege gegen Rumänien (2:1) und Albanien (2:0) sowie ein torloses Unentschieden gegen die Schweiz Gruppensieger. Im Achtelfinale musste sich Irland nach zwei Treffern von Antoine Griezmann mit 2:1 geschlagen geben, ehe am vergangenen Sonntag das Überraschungsteam aus Island an Frankreich scheiterte.

Nach dem Ausfall von vier Stammspielern noch vor Turnierbeginn musste Didier Deschamps in der Abwehr improvisieren. Weniger Sorgen bereiten dem französischen Teamchef das Mittelfeld und der Angriff, wo mit Paul Pogba (Juventus Turin), Morgan Schneiderlin (Manchester United), Antoine Griezmann (Atletico Madrid), Olivier Giroud (FC Arsenal) und Kingsley Coman (FC Bayern München) einige echte Hochkaräter auf dem Feld stehen.

Bilanz gegen Deutschland

Insgesamt 27 Freundschafts- und Pflichtspiele bestritten Deutschland und Frankreich bislang gegeneinander. Neunmal war die DFB-Auswahl erfolgreich, zwölfmal ging die „Équipe Tricolore“ als Sieger vom Platz, sechs Begegnungen endeten unentschieden. Zwar trafen die beiden Teams schon viermal bei einer WM aufeinander, aber noch nie bei einer EM.


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