Bordeaux: Stadt, Wein, Fluss

© Atout France/Franck Charel
Luftansicht Bordeaux am Morgen

Zeit fürs Viertelfinale, Zeit zum Reisen. War die EM für die Fans der deutschen Mannschaft bisher nur ein relativ kurzer Trip zwischen Lille und Paris bzw. Saint-Denis und zurück, geht es jetzt einige hundert Kilometer weit in den Südwesten des Landes. Und dort heißt es hereinspaziert in das UNESCO-Weltkulturerbe! Auf dieser Liste steht die Altstadt von Bordeaux nämlich seit 2007. Der Bummel durch die Gassen und über die Plätze mit den Häusern, Kirchen und weiteren Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist ein Muss in eurem Besuchsprogramm.

Aber das Erste, was uns bei Bordeaux einfällt, ist natürlich – Wein. Es war wohl auch das Erste, was den Römern einfiel, die hier vor 2.000 Jahren Weinberge anlegten. Heute werden im Bordelais, dem Weinanbaugebiet der Region, rund 800 Millionen Flaschen im Jahr abgefüllt. Mehr als drei Milliarden Euro Umsatz machen Bordeaux zur Welthauptstadt des Weins. Das historische Viertel der Weinhändler liegt nördlich des Zentrums. Dort befindet sich mit der „Cité du vin“ auch ein Freizeitpark samt Museum zum Thema Weinbau.

Hafen des Mondes

Bordeaux liegt 45 Kilometer vom Atlantik entfernt an der Garonne. Der Fluss zieht sich in einem Bogen durch die Stadt, die sich zum größten Teil auf der linken Uferseite erstreckt. Die Mondsichelform des Flusslaufs gab Bordeaux den Spitznamen „Port de la Lune“, Hafen des Mondes. Die Garonne vereinigt sich einige Kilometer weiter mit der Dordogne zum Mündungsfluss Gironde. Durch die Nähe zum Atlantik sind bis in die Stadt hinein Auswirkungen der Gezeiten sichtbar.

Der Garonne-Kai in der Innenstadt ist in den vergangenen Jahren modernisiert und attraktiv hergerichtet worden und damit ein Anziehungspunkt auch für EM-Gäste. Eine Sehenswürdigkeit besonders an heißen Tagen ist der „Miroir d’eau“, der Wasserspiegel, am Place de la Bourse. Vom Place du Grand Théâtre bis zum Place de la Victoire mit dem alten Universitätsgelände verläuft die über einen Kilometer lange Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine. Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, in Cafés und Restaurants einzukehren und die Spezialitäten aus der Küche und den Weinkellern zu kosten.

In der Altstadt nahe der Brücke Pont de Pierre befindet sich der ehemalige Rathausturm „La Grosse Cloche“, zu Deutsch: die große Glocke. Selbige soll früher sowohl den Beginn der Weinlese eingeläutet, als auch die Bewohner der Stadt vor Feuergefahr gewarnt haben. Hoffen wir, dass es gut zu unterscheiden war.

Fan Zone und Meer

Auch die Fan Zone von Bordeaux – nach jener in Paris am Eiffelturm die größte des Turniers – ist am Flussufer eingerichtet worden und befindet sich nicht weit entfernt von der Altstadt an der Esplanade des Quinconces. Insgesamt haben hier rund 62.000 Menschen Platz. Neben den Übertragungen der Spiele locken natürlich auch jede Menge gastronomische Angebote, Unterhaltung und Verkauf von Produkten der Region – und der UEFA.

Wer nach dem großen EM-Trubel das Weite suchen möchte, dem empfehlen wir Ausflüge in die Umgebung von Bordeaux. Es locken Wasser und Wein, genauer gesagt: die Atlantikküste mit der Bucht von Arcachon und der Düne von Pilat und die Weinberge der Region.


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