Stade Geoffroy Guichard

In St. Etienne steht das nach dem Parc des Princes zweitälteste Stadion des Turniers. Im 1931 für 1.800 Besucher eröffneten Stade Geoffroy Guichard gab es bis 1956 eine Aschenbahn für Leichtathletik, die inzwischen verschwunden ist. Nach und nach wurde die Kapazität auf nun 42.000 Zuschauer erweitert.

Bekannt war das Stadion lange Zeit für seine englische Bauweise mit vier nicht miteinander verbundenen Tribünen. Die Lücken in den Ecken wurden bei der letzten Umbaumaßnahme zur Europameisterschaft 2016 geschlossen. Zwei Spitznamen umschreiben die Arena. Direkt neben einem Stahlwerk auf einer alten Minenanlage erbaut, zogen früher die Rauchwolken der nachbarschaftlichen Schornsteine durch das Stadion, weshalb es Le Chaudron, Hexenkessel, genannt wird. Andere sprechen wiederum von der L'enfer vert, der Grünen Hölle, – eine Anspielung auf die Farbe der AS Saint-Étienne an, die im Stade Geoffroy Guichard ihre Heimspiele austrägt.

Benannt ist das Stadion nach dem Gründer einer großen Handelskette, der maßgeblichen Anteil an der Gründung der AS hatte. Der größte internationale Erfolg des zehnfachen Landesmeisters – und damit französischen Rekordsiegers – war die Finalteilnahme am Landesmeisterpokal 1976. Im Hampden Park zu Glasgow unterlag Saint-Etienne nach Treffern gegen Pfosten und Latte dem FC Bayern München mit 0:1.

1984 wurden 47.589 Zuschauer Zeugen der für das Nationalteam wichtigsten Partie, die in Le Chaudron ausgetragen wurde. Im letzten Spiel der Vorrunde der Europameisterschaft erzielte Michel Platini in der zweiten Halbzeit einen Hattrick und führte Frankreich mit einem 3:2-Sieg gegen Jugoslawien als Gruppensieger ins Halbfinale.

Das Spielfeld besteht aus Hybridrasen, das heißt Naturrasen mit einem zehnprozentigen Kunsthalmanteil, der der Stabilität der Wurzeln dient. Das Dach wurde 2007 an eine Firma vermietet, die eine Solaranlage über 2.600 Quadratmeter installierte, womit gut vierzig Haushalte versorgt werden können.

Neben dem Fußball anlässlich der Weltmeisterschaft 1998 und der Europameisterschaft 1984 war auch die Elite des Rugby schon zu Gast in St. Etienne. 2007 wurden drei Partien des World Cups im Stade Geoffroy Guichard ausgetragen.

[ut]


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