Saint-Etienne

Saint-Victor sur Loire. fotolia/into the wild

In Saint-Etienne ist die Nähe zum Massif Central, dem Zentralmassiv, sicht- und spürbar. Die Stadt liegt auf 500 Meter Höhe und zu Füßen des rund 1.400 Meter hohen Mont Pilat. Der Furan, an dem die Stadt liegt, ist ein Nebenfluss der Loire, die im Zentralmassiv entspringt.

Saint-Etienne hat eine große Vergangenheit als Industriestadt, deren Grundlage im 14. Jahrhundert mit der Metallverarbeitung gelegt wurde. Mit der modernen Industrialisierung des 19. Jahrhunderts und durch die Nähe zum Kohleabbau im Loire-Becken wurde die Stadt zu einem Zentrum der Waffenfabrikation. Zwischen Saint-Etienne und dem Ort Andrézieux wurde 1827 die erste – 18 Kilometer lange – Eisenbahnstrecke auf dem europäischen Kontinent eröffnet, zunächst noch als Pferdebahn, bald darauf zwischen Saint-Etienne und Lyon auch mit Dampflokbetrieb.

Die Waffenstadt Saint-Etienne war von maßgeblicher Bedeutung für die Kriege, die Frankreich 1870/71 und im 20. Jahrhundert gegen Deutschland führte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt unter deutscher Besatzung von den Alliierten bombardiert. Mit der Krise der Stahl- und Kohleindustrie ab den 1970er-Jahren musste Saint-Etienne sich umorientieren und setzt heute auf Dienstleistung und Designindustrie. Die Branche Handel und Dienstleistung stand jedoch schon 1919 an der Wiege des lokalen Fußballklubs. Die Association Sportive Saint-Etienne wurde von Angestellten der Einzelhandelskette Casino gegründet, zunächst noch als Amicale de la Société Casino. Casino war zudem lange Hauptaktionär des Klubs, der übrigens französischer Rekordmeister ist, wenngleich der bisher letzte Titel im Jahr 1981 gewonnen wurde. Die Nähe von Klub und Stadt ist in Saint-Etienne auch ganz buchstäblich zu erleben: Das Stade Geoffroy-Guichard ist das am zentralsten gelegene Stadion der Europameisterschaft. Wie es um die Begeisterung für den internationalen Fußball in Saint-Etienne bestellt ist, können Fans des deutschen Teams bei einem möglichen Achtelfinale in der Stadt feststellen.

Sehenswert und wissenswert

  • Im Gegensatz zu anderen Spielorten kann Saint-Etienne nicht mit einer historischen Altstadt aufwarten. Im mittelalterlichen Zentrum der Stadt, dem heutigen Place du Peuple, sind mit einem Fachwerkhaus noch kleine Spuren der Vergangenheit erkennbar. In der nahe gelegenen Fußgängerzone, der Rue des Martyrs de Vingré, geht es ganz jetzig zu – mit ausreichend Gelegenheit zum Einkaufen, Ausgehen, Essen und Trinken.
  • Das Bergbaumuseum der Stadt befindet sich im Gebäude der letzten Grube, die 1973 geschlossen wurde und ist zu Fuß vom Zentrum erreichbar. Passender für Saint-Etienne wäre allerdings ein Fahrrad – die Stadt hat neben Waffen nämlich auch friedfertigere Dinge aus Metall hergestellt und war lange ein Zentrum der Fahrradproduktion im Land der Tour de France.
  • Für Ausflüge in die Umgebung bietet sich die Loire an – vielleicht mit einer Bootstour und einem Besuch am Lac de Grangent, einem Stausee in 15 Kilometer Entfernung. Hier liegt auch das malerische Örtchen St.-Victor-sur-Loire.

[ns]


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