Stade de France

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Blick ins Stadion

1998 wurde das Stade de France in Saint-Denis nahe Paris eröffnet und löste den Parc des Princes als Nationalstadion ab. Der Grund für den Bau war ein Versprechen an die FIFA, anlässlich der Weltmeisterschaft eine Arena mit einem Fassungsvermögen von mindestens 80.000 Zuschauern zu errichten.

Die Wahl des Standortes fiel auf Saint-Denis, da die französische Regierung den Gürtel um Paris an dieser Stelle aufwerten wollte. Hohe Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Verwerfungen hatten zu sozialen Konflikten geführt. Mit dem neuen Stadion sollten Gewerbetreibende angelockt werden und neue Arbeitsplätze entstehen.

Die Arena genügt auch höchsten Anforderungen der UEFA. Schon zweimal war das Stade de France Austragungsort des Finales der Champions League. Endspiele im französischen Verbands- und Ligapokal kommen hinzu. 

Während der EURO 2016 wird die deutsche Mannschaft am 16. Juni im Stade de France auf das polnische Team treffen. Nur bei einer Endspielteilnahme würde sie in der riesigen Arena noch einmal antreten. Es sei denn – und jetzt wird’s kompliziert – die Mannschaft kommt als Gruppendritter weiter, dann wäre unter Umständen ein Viertelfinalspiel in Saint-Denis möglich.

Die Anlage ist multifunktional. Die unteren Tribünen können verschoben werden, wodurch Freiflächen für eine Leichtathletikbahn entstehen. So kann beispielsweise das IAAF Diamond-League-Meeting seit 1999 regelmäßig durchgeführt werden. 2003 fand die neunte Leichtathletik-WM in Saint-Denis statt. Auch Motorsportwettbewerbe können hier ausgerichtet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Rugbyspiele. Das Finale der nationalen Rugby-Meisterschaft ebenso wie Ligaspiele der Mannschaft Stade Francais finden im Stade de France regelmäßig statt. Es ist zudem das einzige Stadion der Welt, in dem schon Endspiele einer Fußball- wie auch Rugby-WM durchgeführt wurden. Eine Kuriosität am Rande: Paris war noch nie Finalort einer Fußballweltmeisterschaft. 1938 war Colombes, eine Industriestadt im Großraum der Hauptstadt, Ausrichter des Endspiels und 1998 eben Saint Denis.

[ut]


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