Saint-Denis

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Hier liegen viele tote Könige – von denen keiner etwas mit Fußball zu tun hatte. Die frühgotische mittelalterliche Kathedrale bzw. der Vorgängerbau aus dem 6. Jahrhundert in Saint-Denis ist die letzte Ruhestätte vieler Herrscher des Franken-Reiches und der französischen Könige. Auch das Grab von Louis XVI und Marie Antoinette – beide 1793 nach der Französischen Revolution hingerichtet – befindet sich hier.

Das ist lange her, und auch wenn die Kathedrale noch steht, hat sich das Saint-Denis drumherum verändert. Die Stadt liegt heute nördlich von Paris in der Region Île-de-France und gehört damit zur Banlieue der Hauptstadt, also der Randzone. Gewachsen ist Saint-Denis im 19. Jahrhundert. Die Industrialisierung machte aus dem Sitz der Abteikirche ein Zentrum der Eisenbahn- und Automobilproduktion. Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung wurde Saint-Denis auch eine Hochburg der französischen Arbeiterbewegung, die Kommunistische Partei stellt noch heute den Bürgermeister der Stadt.

1911 wurde Saint-Denis an das Pariser Metronetz angeschlossen, das Zentrum der Hauptstadt ist etwa zehn Kilometer entfernt. Seit den 1950er-Jahren entstanden – typisch für großstädtische Randbezirke – zahlreiche Sozialwohnungen in Hochhäusern. Viele Einwanderer aus den ehemaligen französischen Kolonien in Nordafrika zogen hier ein.

Heute ist auch der Dienstleistungssektor wichtiger Teil der Wirtschaft von Saint-Denis. 1980 wurde die Stadt Sitz der Universität Paris VIII, die sich schwerpunktmäßig den Geistes- und Sozialwissenschaften widmet und etwa 26.000 Studierende hat. Der Bau des Stade de France Ende der 1990er-Jahre und dessen Nutzung für verschiedene Sport- und Konzertveranstaltungen war ein weiterer Schritt zur Umwandlung des ehemaligen Industrieortes.

Sehenswert und wissenswert

  • Versteht sich von selbst: Auch ohne große Architekturfans zu sein, solltet ihr der Kathedrale von Saint-Denis, Wiege der Gotik, einen Besuch abstatten.
  • Weitere Sehenswürdigkeiten sind etwa das Kunstmuseum oder der Markt – offen und in einer Halle – auf dem Place Jean Jaurès, der dienstags, freitags und sonntags bis zum frühen Nachmittag stattfindet.

[ns]


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