Parc des Princes

Satdionansicht von Innen

Im Südwesten der Hauptstadt liegt der 1897 eingeweihte Parc des Princes, der 1932 und 1972 umfangreich umgebaut wurde und dabei jeweils sein Aussehen stark veränderte. Zwei Jahre nach der letzten Neueröffnung zog Paris Saint-Germain ein und nennt seitdem den Prinzenpark seine Heimstätte.

Vor dem Bau des Stade de France in Saint-Denis war der Parc des Princes das wichtigste Stadion der Republik. Erbaut als Radrennbahn auf dem einstigen Jagdrevier der königlichen Familie, fanden auf der Anlage bald auch Fußball- und Rugbywettkämpfe statt. Stetig wurde die Kapazität erweitert.

Die Geschichte der Anlage weist viele Meilensteine auf. Im Parc des Princes fand 1905 das erste offizielle Fußballländerspiel Frankreich gegen die Schweiz statt. Ein Jahr später feierte die Equipe Tricolore auch im Rugby in diesem Stadion Premiere gegen Neuseeland. Und auch das erste französische Länderspiel unter Flutlicht, das 0:1 gegen Schweden verloren ging, wurde 1952 im Parc des Princes ausgetragen.

1956 sahen begeisterte Fans das erste Finale des Europapokals der Landesmeister zwischen Real Madrid und Stade Reims, das die Spanier trotz eines frühen 0:2-Rückstandes mit 4:3 gewannen. Vier Jahre später siegte die Sowjetunion mit 2:1 gegen Jugoslawien im Finale der ersten Europameisterschaft, die damals unter dem Namen Europapokal der Nationen ausgetragen wurde.

Nach Umbaumaßnahmen Anfang der 1930er-Jahre betrug die Kapazität der Arena schon 40.000 Zuschauer. Von 1903 bis 1967 war die Radrennbahn das Ziel der letzten Etappe der Tour de France. Der legendäre Raymond Poulidor wurde Sieger auf dem Oval. Einen Tag später fielen zwei Tribünen und die historische Bahn dem Bau der Pariser Stadtautobahn zum Opfer.

Es dauerte fünf Jahre, bis der Prinzenpark wieder zur großen Sportbühne wurde. Eine Radrennbahn gab es nun nicht mehr. Die Anlage wurde von Roger Taillibert konzipiert. Zu den bekanntesten Bauwerken des französischen Architekten gehören das Olympiastadion in Montreal, die Schwimmhalle, das Radstadion und das Olympische Dorf der Spiele von 1976.

Im neuen Parc des Princes gewann der FC Bayern 1975 den Europapokal der Landesmeister durch ein 2:0 gegen Leeds United. Neun Jahre später triumphierten Michel Platini und Co. mit 2:0 über Spanien und gewannen den EM-Titel für Frankreich.

Am 21. Juni wird die deutsche Mannschaft in ihrem letzten Gruppenspiel im Parc des Princes auf Nordirland treffen. Wohl kaum einer der anwesenden Zuschauer wird sich dann noch an die Weltmeisterschaft 1938 an dieser Stelle erinnern können. Ein mit Spielern aus Österreich verstärktes Team des nationalsozialistischen „Großdeutschlands“ schied im Wiederholungsspiel völlig überraschend mit 2:4 gegen die Schweiz im Achtelfinale aus, nachdem die erste Partie 1:1 ausgegangen war.

[ut]


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