Stade de Nice

An der französischen Riviera liegt das zweitkleinste Stadion des Turniers. 35.000 Zuschauer passen in das Stade de Nice, das jedoch mit einigen Besonderheiten aufwarten kann. Im September 2013 wurde der Neubau nach zweijähriger Bauzeit mit einem Heimspiel des OGC Nizza gegen den FC Valenciennes eröffnet. Es liegt in Éco-Vallée am Fluss Var, einem neuen und ökologischen Stadterschließungsgebiet im Westen Nizzas. Besonders stolz sind die Planer, dass das Stade de Nice im Mai 2013 das erste Stadion Europas war, das mehr Energie produzierte als verbrauchte.

Beim Bau der Anlage stand eine möglichst geringe Belastung der Umwelt im Mittelpunkt, weshalb Wert auf nachwachsende Rohstoffe gelegt wurde. Um den Verbrauch von Kohlendioxid zu reduzieren, wurden für die Tribünen 4.000 Kubikmeter Holz verwendet. Da das Stadion in einer erdbebengefährdeten Region liegt, wurde ein speziell ausgelegtes Stecksystem konzipiert, das mögliche Schwingungen absorbieren soll.

Die Innenräume sind so konzipiert, dass sie durch Lüftungssäulen gekühlt werden können. Dafür wird der durch das Flusstal wehende Wind mit einer eigens entwickelten Technik in den Bau geleitet und verteilt. Das Regenwasser wiederum wird auf dem Dach aufgefangen und in vier Rückhaltebecken gesammelt, um den Rasen ausreichend zu bewässern, der zudem mit einem ausgeklügelten System belüftet wird. Des Weiteren werden die Toiletten der Anlage mit dem Regenwasser versorgt.

Das Stadion umgibt eine Außenhaut aus einer lichtdurchlässigen Membran. Folien aus Ethylen-Tetrafluorethylen ermöglichen, dass neunzig Prozent des Tageslichtes das Stadioninnere erreichen, sodass die Beleuchtungskosten reduziert werden. Auf 7.000 Quadratmetern wurden auf dem Dach Photovoltaik-Module installiert, die Sonnenenergie produzieren. Ziel ist es, dass das Stadion dreimal so viel Energie liefert, wie es verbraucht.

245 Millionen Euro soll der Neubau gekostet haben. In die Nordtribüne wurde das nationale französische Sportmuseum integriert, das zuvor in Paris beheimatete Museum besitzt über 100.000 Objekte und historische Dokumente aus den vergangenen 500 Jahren.

Die Hintertortribünen auf der Süd- wie Nordseite sind zurückfahrbar. So kann die Spielfeldlänge für Rugbyspiele von 100 auf 120 Meter erweitert werden. Streit gab es um die Gestaltung der Sitze zwischen dem Architekten Jean-Michel Wilmotte und den Fans des OGC. Letztere wollten die geplanten durchgehend grauen Sitzschalen verhindern. Man einigte sich darauf, die Unterseiten der Sitze rot zu färben, sodass diese hochgeklappt nun das Stadion in einer der zwei Hauptfarben des Klubs erstrahlen lassen.

[ut]


Zur Startseite Symbol Nach oben Symbol .