Nizza

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Die deutschen Gruppengegner Polen und Nordirland bestreiten ihr Auftaktspiel in der Stadt an der Côte d’Azur, das deutsche Team wird Nizza jedoch keinen Besuch abstatten. Auch so kommen alljährlich genug Gäste in die südfranzösische Stadt – der Tourismus bildet seit mehr als hundert Jahren eine wichtige Einnahmequelle. Verantwortlich dafür sind die Lage am Mittelmeer und das milde Klima, die schon im 19. Jahrhundert wohlhabende Europäer für die Wintermonate hierher lockte. Der Name der Uferpromenade verrät, woher die meisten kamen: Sie heißt Promenade des Anglais.

Lange vor den Engländern waren es Franzosen, Italiener und verschiedene Herrschaftshäuser, die – militärisch und politisch – Anspruch auf Nizza erhoben. Entsprechend oft wechselte die Staat die Zugehörigkeit: vom Haus Anjou über das Herzogtum Savoyen, das Königreich Sardinien-Piemont und bis schließlich zu Frankreich. Während des Zweiten Weltkriegs war Nizza zunächst von italienischen, dann deutschen Truppen besetzt, die Zerstörung der Stadt hielt sich in Grenzen.

Der Tourismus machte Nizza früh zum Ziel für Arbeitsmigration, zunächst aus dem nahen Italien, später aus den französischen Kolonien in Nordafrika. Die Gegensätze zwischen dem reichen Jet-Set, das an der französischen Riviera Urlaub macht, und der arbeitenden – und arbeitslosen – Bevölkerung sorgen auch hier für soziale Spannungen.

Sehenswert und wissenswert

  • Der Blick vom Hügel Colline du Chateau, auf dem in früheren Tagen eine Burg stand, bietet eine schöne Übersicht über die Stadt und als Sehenswürdigkeit noch einen künstlichen Wasserfall. 1860 wurde hier zudem eine Kanone aufgestellt und täglich um Punkt zwölf Uhr abgefeuert. Das Ganze auf Veranlassung des in Nizza weilenden Engländers Sir Thomas Coventry, der die Stadt um diesen Gefallen gebeten hatte. Seine Frau sollte so daran erinnert werden, pünktlich das Essen zu servieren. Der Brauch hat überlebt, die Kanone ist allerdings inzwischen durch etwas modernere pyrotechnische Verfahren ersetzt worden.
  • Das Herz der Altstadt bildet der langgezogene Marktplatz Cours Saleya, wo Blumen und Gemüse angeboten werden. Gleich südlich befindet sich der Strand, der stark frequentiert, aber nicht allzu schön ist. An der langgestreckten Uferpromenade kann flaniert, nach Prominenz Ausschau gehalten und natürlich auch allerlei konsumiert werden.
  • Wer lieber Schiffe bewundert, ist im Hafenviertel richtig. Hier verkehren Fähren nach Korsika, Kreuzfahrtschiffe und Privatjachten.
  • Nicht unterschlagen wollen wir, dass es in Nizza auch zahlreiche Museen, insbesondere für Kunst, gibt. So etwa das Musée Matisse mit zahlreichen Werken des Künstlers, der bis zu seinem Tod 1954 fast 40 Jahre lang in Nizza lebte.

[ns]


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