Stade Vélodrome

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Blick auf das Stadion mit Umgebung

Marseille besitzt nach dem Stade de France das zweitgrößte Stadion der Europameisterschaft. 67.000 Zuschauer passen in das Stade Vélodrome. Lange Zeit gab es rund um das Spielfeld eine Radrennbahn, die namensgebend für das Stadion war, sowie eine Laufbahn für Leichtathleten.

Anlass für den Bau des Stadions war die Weltmeisterschaft 1938. Nach einer zweijährigen Bauphase wurde das bis heute in Stadteigentum befindliche Stadion 1937 eingeweiht. Die Fans des in Marseille beheimateten Klubs Olympique – kurz: OM –, der dort einzog, taten sich anfangs jedoch schwer, das neue Stadion anzunehmen. Sie bevorzugten das 1904 eröffnete vereinseigene Stade de l’Huveaune, das allerdings nur 15.000 Zuschauern Platz bot.

Der Verein nutzte das eigene Stadion als Druckmittel, um niedrige Mietkosten gegenüber der Stadt durchzusetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zwei Spielzeiten, in denen OM in das alte Stadion zurückkehrte – zuletzt noch einmal in der Saison 1982/83, als das Vélodrome für die Euro 1984 herausgeputzt wurde. 1998 wurde das Stade de l'Huveaune schließlich geschlossen.

1985 wurde im Vélodrome die namensgebende Radrennbahn entfernt, auf der 1972 die Bahnrad-WM stattgefunden hatte und die zehnmal Etappenziel der Tour de France gewesen war. Die Laufstrecke war schon 1971 Opfer einer Kapazitätserhöhung geworden. Seitdem teilt sich der Fußball das Stadion neben Konzertveranstaltungen nur noch mit dem Konkurrenzsport Rugby. Zur WM 1990 folgte eine weitere Aufstockung der Kapazität. Aktuell besteht das Spielfeld aus einem robusten Hybridrasen.

Zur Euro 2016 wurde die Arena erstmalig mit einem alle Tribünen umfassenden Dach ausgestattet. Der Umbau kostete mehr als 250 Millionen Euro, schützt nun zwar alle Zuschauer vor Sonne oder Regen, war mit mehr als 100 Millionen Euro aber auch teurer als zunächst veranschlagt. Daher wird nun ein Verkauf des Namensrechts in Betracht gezogen, um die Instandhaltungskosten zu finanzieren. Einem Verkauf des Stadions schob der Bürgermeister der Stadt, Jean-Claude Gaudin, bereits einen Riegel vor. In seiner Amtszeit, so versprach er, werde das Vélodrome nicht veräußert werden.

[ut]


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