Stade des Lumières

Erst am 9. Januar dieses Jahres wurde die Arena mit dem klangvollen Namen „Stade des Lumières“ eingeweiht. Das Stadion der Lichter, so die deutsche Übersetzung, bietet überdachte Plätze für 59.000 Fans und ist damit das drittgrößte Frankreichs.

In Lyon ist einer der erfolgreichsten Fußballklubs Frankreich – bei den Männern wie den Frauen – beheimatet. Olympique Lyon hatte seit seiner Gründung 65 Jahre seine Heimstätte im mehrfach renovierten und umgebauten Stade Gerland. Der 1926 eingeweihte Bau bietet aktuell Platz für rund 43.000 Zuschauer. 2008 befanden die Verantwortlichen des siebenfachen französischen Meisters jedoch, ihr Klub sei zu groß für das altehrwürdige Stadion geworden, und begannen mit den Planungen für einen modernen größeren Tempel auf der grünen Wiese in Décines-Charpieu vor den Toren der Stadt.

Anders als das Stade Gerland, das nach britischem Vorbild nach mehrfachen Umbaumaßnahmen über vier voneinander getrennte Tribünen verfügt, besteht das Stade des Lumières aus einem den Rasen umfassenden Oval, das in drei Ränge unterteilt ist.

Die Planung der Anlage übernahm die renommierte amerikanische Architektengruppe Populous, die zuvor unter anderen das Wembley-Stadion, die Olympiastadien in Sydney und London, das neue Yankee-Stadion in New York und den Center Court in Wimbledon konzipiert hatte. Ziel des Baus war es, allen Zuschauern eine möglichst gute Sicht auf das Spielfeld zu garantieren. Anders als das Stade Gerland, das bei der Eröffnung noch über eine Aschenbahn für Leichtathletik und eine Radrennbahn verfügte, wurde das Stade des Lumières von vornherein als reine Fußballarena geplant.

In die Anlage, die sich über gut 50 Hektar erstreckt, sind zudem ein Trainingszentrum für Olympique, Hotels, Büros, ein Freizeitzentrum und ein Museum integriert. Im Stadion, das Platz für 6.000 VIP-Gäste bietet, steht den Zuschauern ein kostenloses Wi-Fi-Netz zur Verfügung. Über 300 Bildschirme lassen sich auch auf den Gängen die Livebilder vom Spielfeld verfolgen. 290 Shops und Verpflegungsstationen sollen zudem die Wünsche der Fans erfüllen. Olympique verspricht sich durch die neue Anlage, die um die 650 Millionen Euro gekostet haben soll – das Stadion schlägt dabei mit 405 Millionen zu Buche – jährliche Mehreinnahmen von 70 Millionen Euro.

Es gab im Vorfeld zahlreiche Proteste gegen die Verwirklichung des Projekts. So mussten beispielsweise Landwirte enteignet und das Verkehrskonzept überarbeitet werden. Anwohner befürchteten die Abwertung ihrer Häuser. Die Grundsteinlegung erfolgte deshalb später als geplant erst im November 2013.

Einen Monat vor der Europameisterschaft wird das Stade des Lumières, dessen Spielfeld aus Naturrasen besteht, einem echten Härtetest unterworfen. Der europäische Rugbyverband hat die Endspiele des Challenge Cup wie des Champions Cup – vergleichbar mit Europa und Champions League – nach Lyon vergeben. 2019 folgt dann das nächste große Event: Lyon wird Spielort der Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Die Fußballerinnen von Olympique haben die französische Meisterschaft zuletzt siebenmal in Folge gewonnen.

[ut]