Stade Pierre Mauroy

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Stadion von außen

Das 2012 eröffnete Stade Pierre Mauroy, in dem der OSC Lille seine Heimspiele austrägt, liegt nicht in Lille selbst, sondern in der Nachbarstadt Villeneuve-d’Ascq, die etwa 60.000 Einwohner hat.

Der Multifunktionskomplex wurde 2012 als erster dieser Art in Frankreich eingeweiht und ist ein Meisterwerk der Technik. Das Dach ist innerhalb einer halben Stunde schließbar. Doch eine andere Besonderheit sticht viel mehr hervor. Eine Hälfte des Spielfeldes kann unter die andere geschoben werden und legt ein anderes, kleineres Spielfeld samt zugehörigen Tribünen frei. Für den Umbau werden gerade einmal drei Stunden benötigt. Während im großen Stadion rund 50.000 Plätze zur Verfügung stehen, ist die kleinere Arena je nach Größe der Veranstaltung – Handball, Basketball, Konzerte – flexibel für 6.500 bis zu 30.000 Besucher buchbar.

Das Stade Pierre Mauroy entspricht höchsten UEFA-Kriterien. Die Kosten des Baus wurden mit 324 Millionen Euro veranschlagt, wobei 282 Millionen Euro auf das Stadion selbst entfielen, der Rest auf die Peripherie der Anlage wie Hotels, Gastronomie und Geschäften. Finanziert wurde die Anlage durch die Metropolregion Lille und private Geldgeber. Auf dem Dach wurden Sonnenkollektoren angebracht, zwei Windenergieanlagen sorgen für zusätzlichen Strom.

Das Stadion ist nach Pierre Mauroy benannt, der ab 1973 fast dreißig Jahre lang Bürgermeister der Stadt Lille und von 1981 bis 1984 zudem Premierminister Frankreichs unter Staatspräsident Francois Mitterand war. Um die Namensvergabe, die nur 14 Tage nach dem Tod Mauroys durchgesetzt wurde, gab es Kontroversen in der Stadt. Die Gegner erkannten die Bedeutung des Politikers für Lille zwar an, doch sei Mauroy kein eingefleischter Anhänger des OSC gewesen und eine Ehrung auf diese Weise daher unangebracht.

Die deutsche Mannschaft wird im Stade Pierre Mauroy am 12. Juni ihr erstes Gruppenspiel gegen die Ukraine bestreiten. Die Anlage ist für viele Sportarten geeignet und wird regelmäßig für Topereignisse genutzt. So war sie Hauptspielort der Basketball-EM 2015. Die Rugby-Nationalmannschaft Frankreichs war im Eröffnungsjahr zu Gast. Im November 2014 wurde hier über drei Tage das Finale des Davis Cups – also Tennis – zwischen Frankreich und der Schweiz vor der Rekordkulisse von jeweils über 27.000 Zuschauern ausgetragen. Im kommenden Jahr wird die Handball-Weltmeisterschaft zu Gast sein.

[ut]


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