Stade Bollaert-Delelis

Eine Kultstätte des französischen Fußballs steht in Lens. Das Stade Bollaert-Delelis wurde Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von arbeitslosen Bergleuten errichtet. Zur Europameisterschaft bietet es nach mehreren Umbauten Platz für 35.000 Fans.

Der heimische RC Lens, der aktuell in der Ligue 2 spielt, gewann zwischen den beiden Weltkriegen an Strahlkraft. Der Direktor der lokalen Bergbaugesellschaft, Felix Bollaert, gab das Stadion in Auftrag. Zuvor war der Klub zu zahlreichen Umzügen gezwungen gewesen. Da viele Einwanderer aus Polen zur positiven Entwicklung der Spielkultur des Vereins beitrugen, wurde bei der Stadioneröffnung 1933 sowohl die französische wie auch die polnische Nationalhymne gesungen.

Seit dem Tod Felix Bollaerts 1936 ist dessen Name untrennbar mit dem Stadion verbunden. Die damals noch als Oval erbaute Anlage wurde im Laufe der Zeit nach britischem Vorbild erweitert und erhielt vier voneinander abgesetzte steile Tribünen. Mittlerweile durchaus ungewöhnlich für den europäischen Fußball ist die Angewohnheit der Fans, sich statt hinter den Toren noch immer auf der Gegengeraden zu versammeln, die früher einmal 10.000 Stehplätze aufwies.

Das Stadion gehört der Stadt und wird vom Verein betrieben. Die Kapazität wurde mit der Umwandlung der zahlreichen Steh- in Sitzplätze von 50.000 auf die heute aktuellen 35.000 Plätze reduziert. Damit würde noch immer jeder Einwohner der Stadt auf den Tribünen einen Platz finden.

2012 wurde der Stadionname zu Ehren des im gleichen Jahr verstorbenen André Delelis erweitert. Der Fan und Förderer des RC Lens war von 1966 bis 1998 Bürgermeister der Stadt und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg des Klubs.

Ein gutes Pflaster ist Lens für die Equipe Tricolore, die im Stade Bollaert-Delelis bei acht Auftritten sieben Siege einfuhr und hier noch unbesiegt ist. Bei der Weltmeisterschaft 1998 gelang Laurent Blanc in Lens zudem Historisches. Der Verteidiger erzielte in der 114. Minute gegen Paraguay das erste Golden Goal der WM-Geschichte zum 1:0-Sieg im Achtelfinale.

Rugby wird im Stade Bollaert-Delelis ebenso gespielt. Die World Cups 1999 und 2007 machten Station in Lens.

Im Gedenken an Marc-Vivien Foe wurde außerhalb der Arena ein Holzschild errichtet. Der Mittelfeldspieler verstarb während eines Halbfinals des Konföderationen-Pokals 2003 in Lyon aufgrund eines Herzversagen und hatte zuvor von 1994 bis 1999 für Lens gespielt.

Auch in die Kinogeschichte ging das Stade Bollaert-Delelis ein. Die Hauptfiguren des Films „Willkommen bei den Sch’tis“ besuchen ein Heimspiel des RC.

[ut]


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