Stade de Bordeaux

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In Bordeaux steht ein nagelneues Stadion, das die Stadt für die Europameisterschaft hat bauen lassen. Die zwei durchgehenden Ränge, die das Spielfeld umfassen, bieten 42.000 Zuschauer Platz.

Ein Wald von Säulen aus Stahl strebt gen Himmel und trägt das schließbare Dach des Stadions, das in der Außenansicht an einen klassischen Tempel erinnert. Diese Idee stammt von den Architekten Jaques Herzog und Pierre de Meuron. Die Schweizer entwarfen unter anderem die Hamburger Elbphilharmonie, das Stadion des FC Bayern München und das „Vogelnest“ in Peking für die Olympischen Sommerspiele 2008.

Der Neubau wurde im Mai 2015 mit dem letzten Ligaspiel der Saison zwischen Girondins Bordeaux und Montpellier eröffnet. Zuvor hatte der Traditionsklub seit 1938 im Stade Chaban-Delmas seine Heimspiele ausgetragen. Das Stadion, in dem Spiele der Weltmeisterschaften von 1938 und 1998 ausgetragen wurden, beherbergte anfangs, wie oft in Frankreich, auch eine Radrennbahn. Heute besitzt es mit fast 120 Metern den längsten Spielertunnel Europas und wird zukünftig für Rugbyspiele genutzt werden.

Die Wege im neuen Stadion sind kürzer, und der dort verlegte Hybridrasen ist neben Fußball auch für Rugby geeignet. Durch den Abbau von 1.000 Plätzen hinter beiden Toren kann das Spielfeld hierfür in nur sieben Stunden um bis zu fünf Meter pro Seite verlängert werden. Dies geschah schon im Juni letzten Jahres, als die Halbfinals der französischen Meisterschaft an zwei Tagen in der neuen Anlage ausgerichtet wurden.

Das Stade de Bordeaux wurde in einem Sumpfgebiet errichtet, weshalb zur Stabilisierung erst einmal 945 Pfähle etwa 20 Meter tief in den Boden gerammt werden mussten. Deshalb wurde auch statt einer schweren Betonversion eine leichtere Metallkonstruktion gewählt. Die Baukosten beliefen sich auf gut 183 Millionen Euro und wurden mit öffentlichen Geldern und durch eine öffentlich-privatpartnerschaftliche Gesellschaft finanziert. Die privaten Geldgeber erhalten 30 Jahre lang Einnahmen aus dem Betrieb der Anlage.

[ut]


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