Bordeaux

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Willkommen im UNESCO-Weltkulturerbe! Das nämlich ist die Altstadt von Bordeaux offiziell seit 2007 – ein Bummel durch ihre Gassen und über die Plätze mit Stadthäusern, Kirchen und weiteren Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert sollte unbedingt zu eurem Besuchsprogramm gehören. Gelegenheit dazu gibt es bei gutem sportlichen Verlauf: Die Stadt in der Region Aquitanien könnte Viertelfinalspielort werden, wenn das deutsche Team die Gruppenphase auf Platz eins beendet.

Das Erste, was uns bei Bordeaux einfällt, ist natürlich – Wein. Es war wohl auch das Erste, was den Römern einfiel, die hier vor 2.000 Jahren Weinberge anlegten. Heute werden im Bordelais, dem Weinanbaugebiet der Region, rund 800 Millionen Flaschen im Jahr abgefüllt, mehr als drei Milliarden Euro Umsatz machen Bordeaux zur Welthauptstadt des Weins.

Daneben hat jedoch auch die Lage der Stadt ihre Geschichte geprägt: Bordeaux liegt 45 Kilometer vom Atlantik entfernt an der Garonne. Der Fluss zieht sich in einem Bogen durch die Stadt, die sich zum größten Teil auf der linken Uferseite erstreckt. Die Mondsichelform des Flusslaufs gab Bordeaux den Spitznamen Port de la Lune, Hafen des Mondes. Die Garonne vereinigt sich einige Kilometer weiter mit der Dordogne zum Mündungsfluss Gironde. Dank der Nähe des Atlantiks sind bis in die Stadt hinein Auswirkungen der Gezeiten sichtbar.

Der Seehandel war seit jeher für Bordeaux von großer Bedeutung – im 18. Jahrhundert war der Hafen der Stadt der größte in Frankreich. Auch heute spielt der Handels- und Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle für die Wirtschaft der Stadt. Eine große Vergangenheit als Industriestandort hat Bordeaux nicht, in den vergangenen Jahren haben sich in der Stadt und Umgebung eher moderne Technologien wie Biotech oder Videospiele angesiedelt.

Sehenswert und wissenswert

  • Die Altstadt, Vieux Bordeaux, sollte ganz oben auf eurer Liste stehen. Immerhin hat die Stadt mehr denkmalgeschützte Gebäude als Paris, das erhaltene Ensemble der Gebäude und Kathedralen am Ufer der Garonne ist beeindruckend. Vom Place du Grand Théâtre bis zum Place de la Victoire mit dem alten Universitätsgelände verläuft die über einen Kilometer lange Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine. Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, in Cafés und Restaurants einzukehren und die Spezialitäten von Küche und Weinkeller zu kosten.
  • Ein Bummel am Garonne-Ufer, dessen Promenade heute edel hergerichtet ist, gehört ebenfalls zu den „Must dos“ in Bordeaux. In der Altstadt quert die Pont de Pierre den Fluss, ganz in der Nähe befindet sich der frühere Rathausturm La Grosse Cloche, die große Glocke. Selbige soll früher den Beginn der Weinlese eingeläutet und die Bewohner vor Feuergefahr gewarnt haben. Hoffen wir, dass es gut zu unterscheiden war.
  • Fußballfans, die sich Stadien abseits des EM-Trubels anschauen wollen, kommen am Stade Chaban-Delmas nicht vorbei. Das 1924 im Art-Déco-Stil errichtete Stadion steht heute unter Denkmalschutz, es war damals das erste mit vollständig überdachten Tribünen ohne störende Trägerpfeiler. 1938 wurde die Fußball-WM hier eröffnet. Bis zum Neubau zur EM spielte Girondis Bordeaux im Chaban-Delmas, inzwischen ist jedoch der Rugbyklub Union Bordeaux Bègles eingezogen.
  • Für Ausflüge in die Umgebung von Bordeaux locken Wasser und Wein, genauer gesagt: die Atlantikküste mit der Bucht von Arcachon und der Düne von Pilat und die Weinberge der Region.

[ns]


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