Frankreich von A bis Z

Völlig unbekanntes Terrain ist unser Nachbarland für die meisten von euch vermutlich nicht, aber habt ihr gewusst, wo es das beste Baguette von Paris gibt? Und wer „Der Glöckner von Notre-Dame“ geschrieben hat? – Praktisches Wissen und ein paar Facts zum Angeben liefert euch unser A bis Z zu Frankreich.

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Absinth

Erfunden haben den Absinth zwar im 18. Jahrhundert die Schweizer, richtig populär wurde der Kräuterschnaps jedoch erst 100 Jahre später in Frankreich. Aus Anis, Fenchel und Wermut wird ein Getränk mit einem Alkoholgehalt von bis zu 85 Prozent destilliert, das wegen seiner grünen Farbe auf Französisch auch „La fée verte“ (Die grüne Fee) genannt wird. Der Dichter Arthur Rimbaud und die Maler Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec gönnten sich ihr Gläschen Absinth, der traditionell mit Wasser verdünnt getrunken wird. Da die hochprozentige Spirituose zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Verdacht stand, abhängig zu machen, war sie lange in einigen Ländern Europas und den USA verboten. Die heute bekannteren Anisspiritousen Pernod und Pastis sind beide Varianten des Absinth, um das damals geltende Verbot zu umgehen.


Baguette

Der Franzose mit Baskenmütze und einem Baguette unter dem Arm gehört zur kollektiven Vorstellung von Frankreich wie die Lederhose und eine Maß Bier zu Deutschland. Wohl kaum ein Lebensmittel symbolisiert das Gastgeberland der EM 2016 so sehr wie das lange, knusprige Weißbrot, dessen Preis in Frankreich bis 1986 sogar gesetzlich geregelt war. Seit 1994 wetteifern die Bäcker von Paris beim „Grand Prix de la Baguette“ darum, wer das leckerste Baguette der Hauptstadt herstellt. Aktueller Titelträger ist die Bäckerei „La Parisienne“ in der Rue Madame 48.

Boule

Es gibt wohl kaum einen öffentlichen Platz in Frankreich, auf dem man nicht Menschen – meist Herren gesetzteren Alters – dabei beobachten kann, wie sie eine mehr oder weniger ruhige Kugel schieben. Das Boule-Spiel, das korrekt eigentlich Pétanque heißt, ist eine nationale Leidenschaft, bei dem eine Kugel aus Holz oder Metall möglichst nahe an die kleine Zielkugel geworfen wird. Ganze Nachmittage verstreichen mit dieser Passion, und auch morgen ist natürlich wieder ein guter Tag, um eine neue Partie Boule zu spielen.


Chanson

Édith Piaf, Charles Aznavour und Gilbert Bécaud sind nur drei der bekanntesten Namen aus dem Olymp des Chansons. Der  Ursprung des Genres reichen bis ins Mittelalter zurück, es hat aber besonders seit dem 20. Jahrhundert von Paris aus die Herzen von Musikliebhabern rund um den Globus erobert. Große Bedeutung haben in dieser oftmals so melancholisch klingenden Musik die Texte, die sich mit Liebe und Verlangen, aber auch mit sozialen oder politischen Themen beschäftigen.


Dijon-Senf

Zwar wird in der im Osten Frankreichs gelegenen Stadt Dijon schon seit 2009 kein Senf mehr hergestellt, doch der Name Dijon-Senf ist Feinschmeckern in aller Welt ein Begriff. Hergestellt aus den Samenkörnern von braunem und schwarzem Senf sowie dem Saft unreifer Trauben, kommt der Dijon-Senf in der französischen Küche vor allem bei der Zubereitung von Dressings, Soßen und Mayonnaise zum Einsatz.


Eiffelturm

Der anlässlich der Weltausstellung 1889 unter Leitung des Ingenieurs Gustave Eiffel errichtete Eisenturm war bis 1930 das höchste Bauwerk der Welt und überragt bis heute alle anderen Gebäude der französischen Hauptstadt. Stolze 325 Meter misst die filigrane Konstruktion, die alljährlich von rund sieben Millionen Besuchern erklommen wird. Den Rang der meistbesuchten Sehenswürdigkeit von Paris muss er jedoch anderen überlassen: Die Kathedrale Notre-Dame, die Basilika Sacré-Cœur und der Louvre locken teilweise doppelt so viele Besucher an. Nach Einbruch der Dunkelheit bis ein Uhr morgens blinkt der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde für etwa zehn Minuten, 20.000 Lampen sorgen für das Lichtspektakel.

Europameister

Zweimal konnte Frankreich bislang die Fußball-Europameisterschaft gewinnen. 1984 gewann die „Équipe Tricolore“ um Kapitän Michel Platini das Finale im Pariser Parc des Princes gegen Spanien mit 2:0. Im Jahr 2000 standen sich im Endspiel des in Belgien und den Niederlanden ausgetragenen Turniers die Mannschaften von Frankreich und Italien gegenüber. Die dramatische Partie im Feyenoord-Stadion in Rotterdam entschied das „Golden Goal“ von David Trezeguet zum 2:1 in der 103. Minute.

Essen wie Gott in Frankreich

An dieser Stelle sämtliche Spezialitäten der französischen Küche aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Website sprengen. So bedeutend sind die kulinarischen Errungenschaften der „Grande Nation“, dass sie vor sechs Jahren von der UNESCO als erste Landesküche weltweit zum immateriellen Welterbe ernannt wurde. Einige kulinarische Tipps und Hinweise liefern wir euch in unserer Rubrik „Essen und Trinken“.


Französisch

ist nicht nur Amtssprache in Frankreich. Auch in Belgien, Haiti, Kanada, der Schweiz sowie in zahlreichen Ländern in West- und Zentralafrika begrüßt man sich mit einem fröhlichen „Bonjour!“. Rund um den Globus beherrschen die Weltsprache etwa 230 Millionen Menschen in mehr als 50 Ländern.

Fromage

Mehr als 1.000 unterschiedliche Käsesorten soll es in Frankreich geben. Besonders in der Mitte und im Osten des Landes ist praktisch jede Region, ja fast jedes kleine Dorf stolz auf die besondere lokale Spezialität. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn wer möchte schon sein Baguette ohne die passende Begleitung verzehren? Brie, Camembert, Comté, Munster oder Roquefort lassen jedenfalls Genießern in aller Welt das Wasser im Mund zusammenlaufen.


Glöckner von Notre-Dame

Bereits seit 1831 ist der Glöckner Quasimodo in der Kathedrale Notre-Dame zu Hause und schmachtet dort nach der liebreizenden Tänzerin Esmeralda. Erschaffen wurde der bucklige Quasimodo vom französischen Schriftsteller Victor Hugo, dessen im Paris des Mittelalters angesiedelter Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ wurde bereits mehr als ein Dutzend Mal verfilmt.


Haute Couture

Kleidung von der Stange tragen kann jeder. Wer etwas auf sich hält und noch dazu das nötige Kleingeld besitzt, lässt sich seine Garderobe von Hand anfertigen. In Paris ist man da genau an der richtigen Adresse, denn spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gilt die Stadt an der Seine als eines der Modezentren schlechthin. Marken wie Chanel oder Dior stehen international für Eleganz und Luxus. Dabei sind nur wenige Modehäuser überhaupt berechtigt, ihre Kreationen als Haute Couture, wörtlich: „gehobene Schneiderei“, zu bezeichnen, denn der Pariser Modeverband wacht mit strengem Auge über die Einhaltung der dafür erforderlichen Bedingungen.


Isabelle Adjani

Für die F.A.Z. ist sie „eine Ikone des französischen Kinos“: Isabelle Adjani trat Mitte der 1970er-Jahre mit dem Film „Die Geschichte der Adèle H.“ von Regisseur François Truffaut ins Rampenlicht und wirkte bis heute in über 30 Kinofilmen mit. 1955 als Tochter eines algerischen Vaters und einer deutschen Mutter in Paris geboren, ist „La belle Isabelle“ bislang die einzige Schauspielerin, die fünfmal mit dem französischen Filmpreis „César“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.


Just Fontaine

„Justo“ zählt zu den großen Fußballidolen Frankreichs. Während seiner Spielerkarriere von 1949 bis 1962 erzielte der 1933 in Marrakesch geborene Stürmer für seine Vereine USM Casablanca, OGC Nizza und Stade Reims in 248 Spielen 228 Treffer. Mit Nizza und Reims wurde Fontaine viermal französischer Meister und gewann zweimal den nationalen Pokal. Abgerundet wird diese eindrucksvolle Bilanz von 30 Toren in nur 21 Begegnungen im Trikot der französischen Nationalelf. Sage und schreibe 13 davon gelangen ihm bei der WM 1958 in Schweden – bis heute Rekord.


Kino

Frankreich gehört zu den Ländern, die die Entwicklung des Kinos am nachhaltigsten geprägt haben. Nicht erst seit der „Nouvelle Vague“ in den 1960er-Jahren genießt der französische Film einen ausgezeichneten Ruf. Zahllose Regisseure drückten dem Medium ihren Stempel auf, unter ihnen Luc Besson, Claude Chabrol, Éric Rohmer oder François Truffaut. Vor der Kamera wurden unter anderem Isabelle Adjani, Brigitte Bardot, Catherine Deneuve, Audrey Tautou, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon, Gérard Depardieu oder Michel Piccoli zu Weltstars. Die bis heute erfolgreichste Kinoproduktion aus Frankreich ist der Streifen „Lucy“ aus dem Jahr 2014. Mehr als 61 Millionen Zuschauer sahen den Film von Regisseur Luc Besson weltweit.


Lavendel

Intensiv violett leuchtende Lavendelfelder prägen viele Landschaften in der Provence. Wer die Blüten in ihrer ganzen Pracht bewundern möchte, sollte der Region zwischen Mitte Juni und Ende Juli einen Besuch abstatten. Das „blaue Gold“ ist nicht nur ein von Parfümeuren hoch geschätzter Inhaltsstoff, auch in der Küche oder in der Heilkunde kommt Lavendel häufig zum Einsatz.


Mona Lisa

Wer kennt es nicht, das bezaubernde Lächeln der Mona Lisa, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts so wohlwollend auf die Besucher des Museums Louvre in Paris schaut? Das wahrscheinlich in den Jahren 1503 bis 1506 von Leonardo da Vinci erschaffene Werk gehört zu den berühmtesten Ölgemälden der Welt.


Nougat

Die Hauptstadt des weißen Nougats in Frankreich ist das Städtchen Montélimar in der nördlichen Provence. Die süße Köstlichkeit wird dort in zahlreichen Manufakturen unter anderem aus Lavendelhonig, Eischnee, gerösteten Mandeln, Pistazien, Zucker und Vanille hergestellt. Auch wenn sich der Name Nougat eigentlich aus dem lateinischen „nux gatum“ (Kuchen mit Nüssen) ableitet, bevorzugt man in Montélimar eine charmantere Erklärung: „(Tu) nous gâtes“, übersetzt: „(Du) verwöhnst uns“.


Öffnungszeiten

In französischen Städten haben die Geschäfte üblicherweise von Montag bis Samstag durchgehend von 9 bis 19 Uhr geöffnet, die „Hypermarchés“ genannten großen Supermärkte schließen erst um 22 Uhr. In den Innenstädten haben mancherorts kleinere Lebensmittelhändler ihre Türen bis in die späten Abendstunden geöffnet. Banken haben in der Regel von Montag bis Freitag geöffnet, sind um die Mittagszeit jedoch mitunter geschlossen.


Parken

Parkplätze sind in Frankreich durch weiß gestrichelte Linien markiert. Zur Bezahlung der Parkgebühr muss am Automaten ein Ticket gelöst und gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe gelegt werden. Durchgezogene gelbe Linien zeigen ein absolutes Halteverbot an, eine gelbe gestrichelte Linie bedeutet Parkverbot. Alternativ weist ein Schild mit einem durchgestrichenen P auf das Parkverbot hin. In blau markierten Bereichen ist es von Montag bis Samstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie von 14 bis 19 Uhr erlaubt, eine Stunde kostenlos zu parken. In diesen Zonen muss aber eine Parkscheibe gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe liegen. Mehr zum Autofahren in Frankreich lest ihr hier.


Quartier Latin

Das „lateinische Viertel“ mitten im Herzen der französischen Hauptstadt kam zu seinen Namen, weil hier unweit der Universität Sorbonne die Gelehrten und Lernenden lebten. Als traditionelles Studentenviertel war es nicht nur einer der wichtigsten Schauplätze der Studentenproteste im Mai 1968, auch viele bekannte Schriftsteller lebten hier, unter ihnen Honoré de Balzac, Gabriel García Márquez und Klaus Mann. Die verwinkelten Gassen des Quartiers gehören zu den beliebtesten Anlaufstellen des Pariser Nachtlebens.


Renault

Bereits 1898 gegründet, gehört Renault neben Citroën und Peugeot zu den großen Automobilherstellern in Frankreich. In dem bis heute in Boulogne-Billancourt im Großraum Paris beheimateten Werk werden jährlich mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge produziert. Nach einer strategischen Allianz zwischen Renault und Nissan 1999 gehört Renault-Nissan im neuen Jahrtausend zu den größten Automobilherstellern der Welt.


Savoir-vivre

Während der Begriff im Französischen eigentlich im Sinne von gutem Benehmen verwendet wird, bezeichnet er im deutschen Sprachraum praktisch alles, was für Genuss und Lebenskunst steht. Denn dass die Einwohner der „Grande Nation“ etwas von der Kunst zu leben verstehen müssen, erahnt man nicht erst bei einem Blick in die Speisekarten französischer Restaurants.


Tour de France

„Le Tour“ ist nicht mehr und nicht weniger als das bedeutendste und härteste Radrennen der Welt. Alljährlich versetzt die große Schleife mit einer Länge von über 3.000 Kilometern das Land für drei Wochen im Juli in eine Art Ausnahmezustand. Schon seit 1903 quälen sich die Radrennfahrer auf den berüchtigten Bergetappen oder spulen in den nicht enden wollenden Weiten des Landes Kilometer um Kilometer ab. Dabei haben sie nur ein Ziel vor Augen: Die Schlussetappe, die traditionell auf den Champs-Élysées in Paris endet.


UNESCO

Zu den Aufgaben der 1945 gegründeten UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) gehört die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur. So erhebt die Organisation alljährlich Orte und Baudenkmäler, aber auch sogenannte immaterielle Kulturgüter wie Bräuche, Handwerkskünste oder Musik in den Rang eines Welterbes. Dass die UNESCO in Paris ihren Hauptsitz hat, macht durchaus Sinn. Schließlich befinden sich in Frankreich rund 40 Stätten des Welterbes, darunter das Stadtzentrum von Bordeaux, die historischen Stätten von Lyon oder das Ufer der Seine in Paris.


Victor Hugo

Der 1802 in Besançon geborene Schriftsteller gilt für viele Franzosen als ihr größter Autor überhaupt. Seine Werke wie „Der Glöckner von Notre-Dame“ oder „Les Misérables“ werden seit Generationen gelesen und wurden unzählige Male verfilmt. Victor Hugo verstarb 1885 in Paris.


Wein

Ob nun Bordeaux, Burgund, Champagne, Elsass, Loire oder Provence: Das Angebot, die Qualität und die Vielfalt der Rebensäfte ist in Frankreich schier überwältigend. Vom einfachen Tischwein bis zum sündhaft teuren Spitzencuvée bietet das Land einfach alles, was den Gaumen glücklich macht.

Weltmeister

Wie schon bei der EM 1984 konnte Frankreich auch bei der WM 1998 das Turnier im eigenen Land zu seinen Gunsten entscheiden. Vor 80.000 Zuschauern im Stade de France wurde Titelverteidiger Brasilien im Endspiel durch zwei Tore von Zinedine Zidane und einen Treffer von Emmanuel Petit klar mit 3:0 besiegt. Damit war Frankreich zum ersten und bislang einzigen Mal Fußball-Weltmeister.


Yves Saint Laurent

Zu den ganz großen Namen der Haute Couture zählt der 1936 in Algerien geborene Modeschöpfer Yves Saint Laurent. Der zwischen 1953 und 2002 in Paris tätige „YSL“ hinterließ auf den Laufstegen tiefe Spuren, unter anderem in den 1960er-Jahren mit einem Hosenanzug für Frauen, der „Le Smoking“ getauft wurde. Yves Saint Laurent verstarb 2008 in Paris.


Zinedine Zidane

Den dreimaligen „Weltfußballer des Jahres“ müssen wir eigentlich nicht lange vorstellen. Als Spieler für Girondins Bordeaux, Juventus Turin und Real Madrid sorgte „Zizou“ für Begeisterung, im Trikot der französischen Nationalmannschaft wurde er Welt- und Europameister. Unvergessen in Deutschland ist sein Siegtreffer im Finale der Champions League 2002 zum 2:1 von Real Madrid gegen Bayer Leverkusen. Seit diesem Jahr ist Zinedine Zidane Cheftrainer von Real Madrid, mit dem spanischen Klub gewann er als Spieler die Champions League, die spanische Meisterschaft und den Supercup.


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