Essen und Trinken

Wein Käse und Baguette

Natürlich kennen wir alle das alte Sprichwort „Essen wie Gott in Frankreich“ – und das trifft auch heute noch zu. Unsere französischen Nachbarn geben im Verhältnis mehr Geld für Nahrungsmittel oder Restaurantbesuche aus als wir Deutschen. Aufgrund dessen sind die Franzosen auch sehr stolz auf ihre traditionelle Küche und ihren Wein, aber auch auf die immense Vielfalt an internationalen Lokalen. Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien und den noch bestehenden Überseegebieten in der Karibik, Afrika, Südostasien oder dem Pazifik bieten ihre heimische Kost in einer Breite an, wie wir sie in Deutschland selten antreffen. Von der günstigen, gutbürgerlichen Küche über die günstigen, ausländischen Restaurants bis zu hochpreisigen Sternerestaurants der Nouvelle Cuisine – für hungrige Münder ist in jedem EM-Spielort etwas Passendes zu finden.

Dabei ist die regionale Küche aufgrund der klimatischen Unterschiede im Land sehr unterschiedlich – im Norden wird gerne etwas deftiger und fettreich gekocht, während man im Süden eher einen mediterranen leichten Stil bevorzugt. Die eine Region ist bekannt für ihre Hühner, die andere wiederum für ihre Gänsestopfleber. Den besten Käse kann man sowieso nicht benennen – über 1.000 verschiedene Sorten soll es in Frankreich geben.

Morgen, mittags, abends

Zum Frühstück kommen meist frisches Baguette – oder auch geröstetes vom Vortag – Croissant und Pain au Chocolat, Gebäck mit Schokofüllung, auf den Tisch. Also alles Weißmehl, allerdings wächst das Angebot an Vollkornprodukten mittlerweile auch in Frankreich an. Neue Geschäftsmodelle mit offener Backstube etablieren sich in größeren Städten auf hohem Niveau, aber auch der kleine Bäcker bietet eine gute Qualität. Das Konzept von Backshops scheint in Frankreich hingegen nicht zu funktionieren. Ausnahmen bilden die Supermärkt, wo man Brot zu günstigen Preisen und entsprechender Qualität kaufen kann.

Mittags werden in den meisten Restaurants günstige Menüs für die Mittagspause angeboten, bestehend aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Eine Karaffe Leitungswasser bekommt man dazu übrigens immer kostenlos auf den Tisch gestellt.

Neben den Imbissen, Bistros (ähnlich wie bei uns die Kneipe) und Restaurants kann man sich aber auch bei Bäckereien den ganzen Tag über mit Snacks – kleinen Pizzas, verschiedenen Tartes – herzhaft und süß – oder Klassikern wie Croque Monsieur – versorgen.

In Imbissbuden werden Fleischgerichte wie Döner, Merguez und Fleischbällchen meist als Sandwich, also im Baguette zusammen mit Pommes verkauft. In und rund um Fußballstadien gehört die Merguez, eine scharfe Grillwurst aus dem Mittelmeerraum, zur Grundausstattung.

Weinkeller mit Fässern

Santé

Generell bevorzugt man in Frankreich zum Essen einen guten Wein, auch in der Mittagspause ist es weiterhin erlaubt, seinen kleinen Roten oder Weißen zu genießen, quasi ein Bürgerrecht. Entsprechend gibt es in Frankreich auch mehr Wein- und Spirituosenfachgeschäfte als bei uns. Aus der Bretagne stammt der Cidre, ein süßer, spritziger Apfelwein, den man allerdings auch landesweit kaufen kann und der das Standardgetränk zur Gallette (salzig) und Crepes (süß) ist. Vor dem Essen wird ein Aperitif getrunken, beispielhaft sei hier der Pastis aus Marseille genannt. Wasser gibt es in der Regel nur in der stillen Variante, wer es mit Sprudel will, muss „au gaz“ bestellen.

Um im Restaurant zu bezahlen, verlangt ihr beim Kellner die „l’addition“ (wörtlich: die Aufrechnung), man erhält die Rechnung auf einem Teller auf den Tisch. Dann kann man Bargeld dazulegen, der Kellner nimmt alles mit und bringt das Wechselgeld wiederum auf einem Teller zurück. Das Trinkgeld ist mit 15 Prozent bereits im Preis berücksichtigt, und ihr seid nicht verpflichtet, zusätzlich welches zu geben. Wer den Service aber besonders gut fand, kann einen entsprechenden Betrag einfach auf dem Teller belassen.
[db]


Zur Startseite Symbol Nach oben Symbol .